Demenzfreundliches Rohrbach

Eine Website für den Umgang mit Demenzkranken Menschen

Konzept

Der demographische Wandel und die damit einhergehende laufend steigende Anzahl an Menschen mit dementiellen Erkrankungen stellt die Gesellschaft vor große Anforderungen.

Die meisten Menschen möchten zwar ihren Lebensabend in ihrer vertrauten Umgebung verbringen, dennoch ist dies mit steigender Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit nicht immer möglich. Vor allem dementielle Erkrankungen führen häufig zu Übersiedlungen in ein Pflegeheim, was der hohe Anteil an Heimbewohnern mit Demenz bestätigt.

Am Beginn der Erkrankung ist diese für Außenstehende kaum erkennbar. Dementiell bedingte Verhaltensveränderungen werden von der Gesellschaft nicht als Krankheit, sondern als „unangenehme, nicht gesellschaftskonforme Verhaltensweisen“ angesehen und nicht selten kommt es zu einem Rückzug von Freunden und Bekannten. Aber auch die Angehörigen haben immer wieder Probleme, die Wesensveränderungen der Betroffenen zu akzeptieren. Diese Tatsache, aber auch die eigenen Rückzugstendenzen der Erkrankten führen zu einer Abnahme der Sozialkontakte und zur sozialen Isolation der Betroffenen. Soziale Teilhabe ist enorm wichtig für die Lebensqualität und auch der Verlauf der Erkrankung wird positiv beeinflusst, da Sozialkontakte die Gehirntätigkeit anregen.

Senioren

Um Menschen mit Demenz so lange wie möglich ein weitgehend eigenständiges Leben zu ermöglichen, braucht es ein Umfeld, welches mit dementiell bedingten Verhaltens-veränderungen vertraut ist und damit umzugehen weiß.

Durch die leider nach wie vor weit verbreitete Stigmatisierung der Erkrankung entstehen immer wieder Problemsituationen, welche durch ein demenzfreundliches Klima, in dem Menschen mit Demenz zu einem selbstverständlichen Teil der Gesellschaft werden, vermieden werden könnten.

Die österreichische Demenzstrategie

Auch die österreichische Regierung reagiert auf die steigende Anzahl an Menschen mit Demenz und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen. Aus diesem Grund wurde eine österreichische Demenzstrategie entwickelt und in das Regierungsprogramm 2013 – 2018 aufgenommen. Im Fokus dieser Strategie stehen neben den betreuungsbedürftigen Menschen auch deren Angehörige.

Die Wirkungsziele der Demenzstrategie lt. Abschlussbericht (2015):

  • Teilhabe und Selbstbestimmung der Betroffenen sicherstellen
  • Information breit und zielgruppenspezifisch ausbauen
  • Wissen und Kompetenz stärken
  • Rahmenbedingungen einheitlich gestalten
  • Demenzgerechte Versorgungsangebote sicherstellen und gestalten
  • Betroffenenzentrierte Koordination und Kooperation ausbauen
  • Qualitätssicherung und –verbesserung durch Forschung

Die Demenzstrategie soll einen Orientierungsrahmen für eine zielgerichtete Kooperation zwischen den Stakeholdern bilden. Bund, Länder, Gemeinden, Sozialversicherungsträger, sowie zahlreiche soziale Einrichtungen und Organisationen setzen bereits Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgung von Menschen mit Demenz. Mit der Orientierung an der erarbeiteten Demenzstrategie können Mittel und Kräfte gebündelt werden bzw. bieten die Wirkungsziele und Handlungsempfehlungen eine Grundlage für die Konkretisierung von Zielen und Maßnahmen.

In Anlehnung an die Wirkungsziele der österreichischen Demenzstrategie sollen sowohl für die dementiell Erkrankten als auch für deren Angehörige Angebote geschaffen werden, die es allen Beteiligten gestatten, ihr Leben bestmöglich zu gestalten.

Im Zentrum des Handelns stehen die Menschen mit dementiellen Beeinträchtigungen und ihre An- und Zugehörigen; es soll sichergestellt werden, dass trotz der vorhandenen Beeinträchtigungen die Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen so weit wie möglich gewährleistet ist. Dies ist unter anderem durch Abbau von Ängsten und Vorurteilen in der Gesellschaft zu erreichen.

Projektziele

„Die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen mit Demenz und deren Angehörigen im extramuralen Bereich“.

„Gut leben mit Demenz“ bedeutet vor allem auch soziale Teilhabe und Wertschätzung für die Betroffenen und die Anerkennung ihrer Ressourcen und Fähigkeiten, sowie weitgehende Selbstbestimmung.

„Gut leben mit Demenz“  bedeutet in einem gut informierten Umfeld zu leben, denn fehlende Informationen führen nicht selten zu Missverständnissen, Vorurteilen, Tabuisierung und Ausgrenzung der Menschen mit dementiellen Beeinträchtigungen und deren Angehörige.

„Gut leben mit Demenz“ bedeutet sowohl Menschen mit Demenz, als auch deren Angehörige zu befähigen, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu artikulieren und sichtbar zu machen.

Dies kann vor allem durch eine demenzsensible Gestaltung des Lebensumfeldes, einer Verbesserung des zivilgesellschaftlichen Dialogs und einer Enttabuisierung der Erkrankung DEMENZ ermöglicht werden – Aspekte, welche sich alle positiv auf die Lebensqualität der Betroffenen und damit in weiterer Folge auch auf die Lebensqualität der Angehörigen auswirken.

Konkret richtet sich dieses Projekt vor allem an jene Menschen, welche im alltäglichen Leben direkt mit Menschen mit Demenz in Kontakt treten (Supermarkt, Bank, Bäcker, Friseur, Café etc.).

Um eine bestmögliche Enttabuisierung der Erkrankung Demenz zu erreichen werden auch die Schulen eingeladen am Projekt mitzuwirken, denn wie die Erfahrung zeigt, haben bereits  viele Kinder und Jugendliche in ihrem familiären Umfeld Kontakt mit dementiell erkrankten Menschen.

Die Auswirkungen von dementiellen Erkrankungen sind gerade in frühen Stadien der Erkrankung nicht direkt ersichtlich, können aber zu sehr unangenehmen Situationen führen (z. B. Kunde mit Demenz vergisst zu bezahlen – Beschuldigung des Diebstahls, unangemessenes Sozialverhalten etc.). Je  besser die Bevölkerung über die Auswirkungen von Demenz informiert ist, desto leichter funktioniert das Zusammenleben bzw. der Alltag aller Beteiligten.

Alle geplanten Veranstaltungen stehen unter dem Motto „Verstehen – Annehmen – Miteinander leben“.

Das Verstehen der Auswirkungen dementieller Erkrankungen zu fördern, kann

  • Vorurteile und Berührungsängste gegenüber Menschen mit Demenz abbauen
  • Verständnis zwischen den Generationen schaffen
  • Barrieren im Umgang überwinden

Eine Kultur des Annehmens der Menschen mit dementiellen Veränderungen kann

  • die Stimme von Menschen mit Demenz hörbar machen und ihre Lebenswelten erschließen
  • die Lebenssituation der Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen verbessern

Miteinander leben heißt,

  • eine Kultur der Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Demenz zu fördern
  • freiwilliges Engagement in der Bevölkerung zu fördern (z. B. Nachbarschaftshilfe)
  • statt Isolation und Rückzug, Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe zu erschließen

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